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Tobias Haller, Annja Blöchlinger, Markus John, Esther Marthaler, Sabine Ziegler:
Fossile Ressourcen, Erdölkonzerne und indigene Völker

688 Seiten
EUR 36,00
ISBN 3-88349-476-3


»Fossile Ressourcen, Erdölkonzerne und indigene Völker« geht auf das Thema Erdölförderung ein, das bei uns am anderen Ende der Pipeline behandelt wird. Die Umweltdiskussion bezüglich dem Ausstoss von fossilen Energieträgern ist immer noch im Gange. Automobil- und Flugverkehr, Heizungen und die Verbrennung petrochemischen Verpackungsmaterials gelten als mögliche Hauptverursacher der globalen Erwärmung der Erdathmosphäre und des Klimawandels. Dabei geht oft die Frage unter, woher denn Erdöl und Erdgas kommt, und welche Umwelt- und Menschenrechtsprobleme bei der Förderung vor Ort entstehen.

Bei indigenen Unterstützungsorganisationen und in Umweltgruppen ist das Erdölthema jedoch nicht neu. Die verschmutzten Regenwälder im Oriente Ecuadors, die Zerstörung des Nigerdeltas in Nigeria und die Verseuchung der Tundra und Taiga in Westsibirien sind bekannt. Die Weltöffentlichkeit nahm aber erst mit dem friedlichen Widerstand der Ogoni und der Ermordung Ken Saro Wiwas durch die nigerianische Regierung Anteil an den Problemen, die Erdölkonzerne bei indigenen Völkern verursachen. Diese »Kosten«, die beim Erdölgeschäft in erschreckender Weise anfallen, werden auf die lokalen Bevölkerungsgruppen abgewälzt, »Kosten« die viele Betroffene auch mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben bezahlen müssen. Damit wird deutlich, was Ökonomen so harmlos als »Externalisierung« bezeichnen.

Wie reagieren die indigenen Völker auf diese Zerstörung ihrer Umwelt und welches sind wiederum die Strategien der Konzerne im Umgang mit den indigenen Völkern? Diesen Fragen gehen die AutorInnen in acht Fallbeispielen nach, die die Länder Alaska, Ecuador, Venezuela, Peru, Kolumbien, Nigeria, Papua Neuguinea und Westsibirien (Russland) (insgesamt 18 indigene Bevölkerungsgruppen) umfassen. Die Studie zeigt, dass der Widerstand und die Mobilisierung der Indigenen nicht nur dort anzutreffen ist, wo die Schäden bereits gross sind. Ebenso wird deutlich, dass bei den indigenen Gruppen immer wieder Probleme entstehen, wenn sie geeint gegen die Konzerne antreten sollten (Problem des kollektiven Handelns). Die Konzerne ihrerseits verfolgen oftmals die Strategie, die indigenen Gruppen zu spalten und sie mit kleinen Geschenken abzuspeisen. Gegenüber der Öffentlichkeit in den Industriegesellschaften hingegen bemüht man sich um ein gutes Image zu welchem Dialogbereitschaft mit der indigenen Bevölkerung und eine saubere Erdölförderung zählt.