startseite

verlagsprogramm

wissenschaftsreihe

ökol. soziologie

dissertationen




Liesa Nestmann:
Zur Ökologie des Menschen.
Menschen als Aktivisten, Opfer und Verantwortliche in den Ökosystemen der Erde

265 Seiten
20 Euro
ISBN 3-88349-495-X
Gießen, September 2002


Das Buch beinhaltet Überlegungen und Zielsetzungen zu einer ganzheitlichen systemtheoretisch orientierten Humanökologie als Interaktionsgefüge von Menschen verschiedener Zivilisation mit ihren globalen Umwelten. Daraus müssten sich die Strategien für Reformen, Bildung, Recht und Umweltpolitik ergeben zur Stabilisierung zivilisatorischer Entwicklung und Verhütung von Katastrophen.

Inhalt und Konzeption einer Humanökologie, die auf der Bioökologie aufbaut:

  • Mensch und Umwelt als global verflochtenes System
  • die Teilsysteme in ihrer Verflechtung
  • Schlüsselbegriffe der Ökologie und Humanökologie
  • die raum-zeitliche Dimension ökologischer Prozesse
  • informatorische Aspekte der Umweltbeziehung, die Bedeutung der Wahrnehmung
  • die Territorialität der Menschen, Bindung und Mobilität, Expansion und Migrationen
  • Zeitliche Aspekte: Geschwindigkeit, Adaptionszeit, Latenz, Run-away und Rückstand als Lebensrisiko der Dyschronie
  • die hyperdynamische, expansive Entwicklung der Moderne und die Langsamkeit in der Anpassung der Biosysteme und des Menschen
  • die Langsamkeit kollektiver Einsichten, Verhaltensänderungen und der politischen Regelung
  • »gezielt« lineares Denken gegenüber zyklischen Entwicklungen des Auf- und Ab
  • Noosphäre und Kultur als entscheidende Regler der Gesamtentwicklung
  • die Unzuverlässigkeit menschlichen Denkens und die Überschätzung der »Rationalität« und Entscheidungsfreiheit
  • Umweltpsychologie, Ethologie und Anthropologie oder Ethnologie als notwendige Ergänzung der Bioökologie als Umweltwissenschaft
  • die fundamentale Weisheit der Naturvölker und »Primitiven«
  • Umweltwahrnehmung, Kosmologie und Umweltverhalten der Sakkudai
  • Vorurteile und Stereotypen als primäre Orientierungsmuster und Regler in einer komplexen Umwelt, ihr Sinn und Unsinn und ihre »Entartung« zu Extremismen
  • Teufelskreise von Stress und Vorurteilen, Stress als normale bis pathologische psychosomatische Reaktion auf Umweltreize und allgemein ökologisches Phänomen
  • Überlegungen zu einer allgemeinen Pathologie vernetzter Bio- und Humansysteme
  • Umwelt- und Zivilisationskrankheiten des Menschen, medizinische, soziale demographische, interkulturelle und ökologische Aspekte
  • Umwelt- und Geomedizin, Epidemiologie und Umwelttoxikologie in ihren Beziehungen zur Ökologie und Umweltforschung
  • Wege zur »nachhaltigen« Entwicklung und Sanierung durch bessere mentale, juristische und politische Regelung und Erziehung.


Liesa Nestmann war Professorin der Geographie an der Hochschule Flensburg. Breite grenzüberschreitende Interessen zur Biologie/Ökologie, Umwelt- oder Geomedizin und den Humanwissenschaften wie auch prägende Eindrücke in der Türkei, auf Reisen und bei Gesprächen mit Wissenschaftlern führten seit den sechziger Jahren zur Humanökologie. Ziel ist ein ganzheitliches, systemtheoretisch fundiertes Verständnis der Wirkungsgefüge von Menschen mit ihren Umwelten als Orientierungshilfe für ein sichereres »nachhaltiges« Verhalten. Zu erreichen ist dieses Ziel nur im kritischen Bemühen Vieler, nicht im Alleingang und unbefangenen Spiel der Statistiker mit unzulänglichen Daten.