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Gisela Gojczyk:
Übergang zur Demokratie?
Transformationstheoretische und praktische
Entwicklungsmöglichkeiten post-autoritärer Staaten im überregionalen Vergleich Lateinamerika (Chile) und Osteuropa (Belarus und Ukraine)

545 Seiten
EUR 38,00
ISBN 978-3-88349-520-0


Der Zusammenbruch der Sowjetunion war die Geburtsstunde neuer souveräner Staaten. Seither ist das Experimentieren mit politischen Systemen im postsowjetischen Raum zu beobachten. Dieses wird um die Dimensionen der ökonomischen Transformation und des Nation-Building-Prozesses erweitert. Die gewählten Beispiele der Ukraine und Weißrusslands zeigen, dass der Weg zu einer funktionierenden Demokratie steinig ist und – vorläufig – im erneuten Autoritarismus enden kann. Wegen der direkten Nachbarschaft dieser Staaten zur Europäischen Union wirken sich instabile Verhältnisse aber auch auf den Westen aus. Die Überwindung alter wie neuer autoritärer Strukturen fordert praktisch die postsowjetischen Staaten selbst und die internationale Staatengemeinschaft heraus.

Auch die Transformationsforschung musste auf diese neuartige Situation reagieren, sich anpassen und weiterentwickeln. Es ist daher zu fragen, ob die bestehenden, im lateinamerikanischen Kontext gewonnenen Theorien und Erfahrungen mit Systemtransformation noch als Wegweiser für eine demokratische Entwicklung dienen.

Können Transformationstheorien übertragen werden, wie weit besitzen diese noch Aussagekraft, welche Schwachstellen weisen sie auf und können Defizite ausgeglichen werden? Kann praktischer wie theoretischer Nutzen aus erkennbaren Defiziten gezogen werden?

Vor diesem Hintergrund wird der Vergleich mit der Transformation des »Musterlandes« Chile angestellt. Durch die Kombination des historisch-deskriptiven Ansatzes zur Analyse des Transformationskontextes mit der empirisch-komparativen Methode, in der sich das most similar design und most different design ergänzen, können – teils überraschende – Unterschiede und Parallelen in der Systemtransition der drei Staaten aufgezeigt werden.
Diese Arbeit bietet eine unfassende Darstellung der Entwicklung von Chile, Belarus und der Ukraine bis in die jüngste Zeit. Zugleich werden theoretische Modelle anhand des empirischen Vergleiches diskutiert.