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Astrid Schweimler:
Albert Friedrich Benno Dulk (1819-1884):
Ein Dramatiker als Wegbereiter der gesellschaftlichen Emanzipation.

225 Seiten
EUR 19,50
ISBN 3-88349-465-8


Das Werk des Dichters und Dramatikers, Wissenschaftlers und Philosophen, Sozialisten und Revolutionärs Albert Friedrich Benno Dulk (1819-1884) ist heute weitgehend unbekannt. Durch die nun erfolgte Erschließung seines umfangreichen und bislang ungesichteten Nachlasses wird das Werk in seinen Bezügen zu vielen Geistes- und Wissensgebieten des 19. Jahrhunderts deutlich.

Das literarische Schaffen Dulks beginnt in den Vormärz-Jahren um 1840 in Königsberg. Sein erstes Drama »Orla« erscheint 1844, gefolgt von dem Drama »Lea« und der Revolutionskomödie »Die Wände« von 1848. »Lea« ist beispielhaft für Dulks Einsatz um die jüdische Emanzipation und ein Dokument für seine Freundschaft mit dem jüdischen Arzt, Schriftsteller und Demokraten Johann Jacoby. Die bisher unveröffentlichten Handschriften wie das Schauspiel »Tschech« über das Attentat Heinrich Tschechs auf Friedrich Wilhelm IV. 1844 in Berlin, die Revolutionskomödie »Die Verschwörung« oder das aristophanische Fastnachtsspiel »Die Gänse« dokumentieren einen für das Zeitgeschehen aufmerksamen Geist. Nach Dulks Ägyptenaufenthalt (1849/50) folgen Dramen, die auf biblischen Stoffen aufbauen wie »Jesus der Christ« und »Simson«. Sein Schaffen in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Stuttgart wird um parteipolitische Agitationsschriften im Kampf gegen Bismarcks Sozialistengesetze erweitert. Drei Opernlibretti »König Enzio«, »Sardanapal« und »Der Zauberwald« zeigen Dulks Beitrag zum Musiktheater seiner Zeit. Die historischen Dramen »Konrad II.« und »Willa« schließen sein dramatisches Werk ab. In seinen Dramen erweist sich Dulk für die Autorin Astrid Schweimler als Wegbereiter einer gesellschaftlichen Emanzipation. Sie berücksichtigt in der Interpretation seiner Dramen erstmals Dulks religionsphilosophisches Werk, das er in seinen beiden letzten Lebensabschnitten, also ab 1863, veröffentlichte.

Dulks Kontakte zu Ludwig Auerbach, August Bebel, Rudolph Gottschall, Theobald Kerner, Eduard Devrient, Paul Heyse, Fanny Lewald, Wilhelm Liebknecht, Wilhelm Raabe, Julian Schmidt und Robert Schweichel bezeugen heute noch einen für das Zeitgeschehen aufgeschlossenen Geist. Die vorliegende Arbeit versucht zu zeigen, daß Dulks Werk ein beispielhaft zeitgeschichtliches Dokument eines engagierten Künstlers des 19. Jahrhunderts ist, der als Moralist bis zu seinem Lebensende darum gekämpft hat, Schreiben und Handeln in Einklang zu bringen.